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Jänner

Mein Tipp für den Jänner: Rück - Blick, Aus - Blick und wo bleibt der Augen - Blick?

Januarius, der zweiköpfige Gott der Schwellen und Durchgänge, hat diesem Monat den Namen geliehen. Diese Zeit ist voll von Rückblicken, Bilanzen und Zusammenfassungen. Das letzte Jahr war schlimm, es brachte viel Veränderung und Unsicherheit mit sich - das stellt niemand in Frage. Diese Zeit ist auch voll von Plänen und guten Vorsätzen. Jetzt werde ich es besser machen, von nun an wird alles anders.
Doch: was nützt uns die Erkenntnis des Vergangenen, was nützen alle Pläne, Vorsätze und Ausblicke wenn wir nicht bereit sind, den Augenblick zu würdigen?
Eigentlich leben wir nur in diesem Moment, alles Vergangene ist uns nicht mehr greifbar und die Zukunft ist weit weg. Unsere Sinne, das Schmecken, das Riechen, das Fühlen, aber auch Hören und Sehen sind nur jetzt aktiv.
Wann fangen wir an, unsere Sinne zu benützen und nur den Augenblick zu genießen?

Ein weiterer Tipp für den Jänner: Ballnacht als Antidepressivum?

Schlafentzug hat sich für viele meiner depressiven Patienten als wirksames antidepressives Mittel herausgestellt. Dieser Beobachtung entsprechen auch viele Studien von Psychiatrischen Kliniken. Daher meine häufige Empfehlung an Menschen, die an langwierigen Depressionen leiden, Medikamente nehmen müssen und dennoch nicht so richtig wieder "aufkommen": Versuchen Sie es mit 36 (!) Stunden nicht schlafen. Dies würde bedeuten: Normaler Tagesbeginn, die Nacht durchfeiern (bitte ohne Alkohol) und dann noch den Rest des Tages aufbleiben. Der Erfolg ist mitunter toll!

Ein weiterer Tipp für den Jänner: Abwehrkraft und Stärkung des Immunsystems durch psychische Ausgeglichenheit?

Im Dezember begann ich Ihnen einen ganz wesentlichen Inhalt meiner medizinischen Arbeit vorzustellen: Die Psycho-Immunologie. Natürlich sind Tipps nicht alles, was Ihnen helfen kann, ihr Immunsystem aufzubauen. Seelische Ausgeglichenheit und stabile Muster, die die Persönlichkeit stützen und festigen, können nicht durch Ratschläge aufgebaut werden. Dennoch: Für Menschen, die sich selbst als psychisch gesund sehen, gibt es so manches, das hilft, diese Gesundheit zu erhalten. Daher noch weitere Faktoren, die sich in beobachtenden Studien als positiv für die seelisch-körperliche Gesundheit herausgestellt haben.

Lächeln - die Gehirnregion, die für die Gesichtsmuskeln zuständig ist, scheint beim Kommando "Lächeln" auch das gesamte Gehirn positiv zu stimulieren. Wer lächelt fühlt sich auch selbst bald besser. Einfach, aber wahr.

Illusionen sind erlaubt - Studien belegen, dass der Verlauf mancher schwerer Krankheiten an die regulierende Funktion des Immunsystem gebunden ist (AIDS, Krebs, usw.). Durch positive Zukunftsaspekte, durch Hoffnung und auch durch Illusionen nehmen sie günstigere Verläufe als bei Menschen, die alles "nur sehr realistisch" sehen.

Ansteckungsgefahr - auch immunstarke Menschen können, wenn sie viel Kontakt mit Menschen mit negativer Einstellung, Pessimisten, Nörglern und Schwarzsehern zu tun haben, die negativen Seiten dieser Menschen übernehmen. Abgrenzung tut gut!

Ein weiterer Tipp für den Jänner: Krankheit zerstört. Depression, Alkohol- und Angsterkrankungen sind gefährliche Feinde.

Jedem ist klar, dass Krebs oder Herzinfarkt schwere, gefährliche Krankheiten sind, die unser Leben massiv verändern. Wenn wir sie verleugnen, ist es wahrscheinlich, dass wir daran sterben. Wenn wir überleben wollen, müssen wir langwierige unangenehme Therapien auf uns nehmen. Aber auch dann verändert die Krankheit alle unsere Lebensbereiche. Der Beruf, die Beziehung, das Privatleben werden nie mehr so sein wie früher.

Depression und Angst, aber auch Alkoholismus sind ebenfalls Krankheiten, die unser Leben beherrschen, verändern. Allerdings geht diese Veränderung meist schleichend und wir glauben, wir können durch Disziplin und Aktivität selber diese Krankheiten behandeln. Wir glauben auch, es sind Krankheiten, die man verstecken muss, über die man nicht reden darf. Tatsache: diese Krankheiten sind wesentlich häufiger und fordern bei weitem mehr Einbuße an Lebensqualität und Lebensjahren als Krebs und Herzinfarkt zusammen. Wie viele Beziehungen wurden durch Alkoholkrankheit zerstört? Wie viele Unfälle sind getarnte Selbstmorde? Wie viel geistige Energie ist durch Angst- und Vermeidungsmechanismen gebunden?

Für diese Krankheiten gibt es wirkungsvolle Hilfe: Psychotherapie. Wir selbst haben ja die wichtigsten Informationen über unsere Krankheit, der Therapeut hilft uns sie auch sinnvoll einzusetzen. Manchmal ist auch medikamentöse Begleitung notwendig, unsere Lebensqualität wieder zu erhalten, unsere Ziele zu erreichen.