Fachärztliche Diagnostik

Hilfe in Krisen

Ganzheitliche Therapie

Schmerztherapie

Ärztliche Begleitung

Meine Monatstipps



Oktober

Mein Tipp für den Oktober: Depression, teuflische Krankheit mit vielen Gesichtern!

Immer noch wird Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit von vielen Menschen als "Schwäche", als "gehen lassen" gesehen. Doch oft verbirgt sich dahinter eine schwere, mitunter tödliche Krankheit: Depression. Diese Krankheit führt zu negativen, sich selbst erhaltenden Teufelskreisen. Z.B. Antriebsschwäche? Angst vor anderen Menschen? Rückzug? Fehlen von positiven Erlebnissen? Rückgang des Selbstwertgefühls? Grübeln? Schlaflosigkeit? Zunahme der Antriebs- und Entscheidungsschwäche? Vermehrte Angst hinaus zu gehen? usw. Die Ursache für diese Symptomatik ist nicht durch Disziplin oder Fleiß zu bekämpfen sondern durch Psychotherapie und Ausgleich des mangelnden Neurotransmitters (Serotonin oder Noradrenalin)

Leiden, Erkrankung oder Schwäche?

Lange Tabu - jetzt Thema!

Viele Jahrzehnte waren psychische Erkrankungen gesellschaftlich kein Thema und dies obwohl oder vielleicht sogar weil sie zu den häufigsten Leidenszuständen zählen. Organische Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt waren viel eher im Zentrum der Aufmerksamkeit. Heute ist es vielen von uns durchaus bewusst, dass darüber gesprochen werden muss. Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens mit depressiven Verstimmungen konfrontiert, jeder Vierte erleidet eine Depression, die behandlungsbedürftig wäre. Selbstmord wird in den Industrienationen als dritt- oder vierthäufigste Todesursache eingeschätzt.

Obwohl Depression, Angst und Panik häufig Akuteinsätze von Notärzten bedingen, sind sie nur selten ein Grund, warum konsequente haus- oder fachärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Viel häufiger sind körperliche Symptome, wie Schwindel, Kopf- und Rückenschmerzen, Herzbeschwerden, Störungen der Verdauung, seltener auch Sexualität Thema der ärztlichen Sprechstunde. Weisen bei einer deshalb eingeleiteten Durchuntersuchung die Ergebnisse auf keine krankhaften Veränderungen des Körpers hin, ist die Ursache oft im seelischen Bereich zu suchen.

Danach folgt eine Reaktion, die verständlich aber wenig sinnvoll ist: �Gott sei Dank � nur die Psyche (...oder die Nerven) - "da werd ich mich schon z�am reißen!", denkt sich mancher Betroffene und dann werden Verhaltensänderungen, wie mehr Sport oder Schlaf und weniger Stress und weniger Alkohol geplant. Die Folge: die Symptome verschwinden vielleicht für einige Zeit. Häufig kommen Sie aber wieder.

Depression, Krankheit mit tausend Gesichtern

Sehr häufig sind es die Symptome der Traurigkeit, Angst, Selbstwertminderung und Lust- und Freudlosigkeit, die auch den medizinischen Laien an eine depressive Verstimmung denken lassen. Aber auch das Fehlen von stärkeren negativen Emotionen, sich nicht ärgern können, nicht traurig oder wütend sein können, kann ein wichtiges Symptom für Depression sein. Ebenso können Schlaf- oder Appetit- bzw. Sexualstörungen, chronische Schmerzen ohne sichere organische Grundlage auf dieser Krankheit beruhen.

Dennoch führt dies den Leidenden[1] sehr selten zum Arzt und noch seltener zum Facharzt, der die vernünftigste Hilfe dafür anbieten kann. Immer noch gelten Psychotherapeut und Psychiater als letzte Lösung, wenn es gar nicht mehr anders geht. Dabei gilt auch für diese Krankheit, dass frühe Hilfe leichter und weniger aufwendig ist. Denn ganz im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung, dass es eine Frage der Disziplin sei, depressiv zu sein, oder dass Melancholie eben Schicksal sei, ist die moderne Kombination von professioneller Psychotherapie mit Psychopharmaka hochwirksam in der Behandlung depressiver Verstimmungen bis hin zu schweren Depressionen.

Zusätzlich besteht die große Gefahr, dass Depression versteckt, verkannt und tabuisiert wird. Nicht selten ist der Betroffene selbst nicht bereit, sich sein Leiden einzugestehen, sondern sieht es als seine Schwäche und sein Versagen an. Er leidet an dem Gefühl der Sinnlosigkeit, daran, fehlerhaft zu sein und Schuld auf sich geladen zu haben. Diese Schuldgedanken kreisen in seinem Kopf und nehmen einen sehr großen Teil seiner geistigen Leistungsfähigkeit in Anspruch. Alkohol kann an dieser Stelle scheinbar ein wenig Linderung bringen führt aber zu noch schlimmeren Problemen � für so manchen Trinker bleibt dies der einzige Ausweg aus dem Dilemma, die Basis dazu ist aber im Grunde die Depression. Mit und ohne Alkohol, ein langfristig Depressiver kann sich sehr erschöpfen � es kommt zu einem Teufelskreis, der in einen Abgrund führt: Aufgrund der Belastung durch die Depression versagt der Betroffene im täglichen Leben � es gibt Schwierigkeiten im Beruf: Er wird unkonzentriert, müde und schlecht motivierbar und er macht Fehler, die er als Beweis für seine Minderwertigkeit ansieht. Daher bricht er immer mehr Kontakte zu Freunden und Verwandten ab, zieht sich zurück und begeht vielleicht Selbstmord oder einen Selbstmordversuch.

[1] Ich verwende hier konservativerweise die männliche Form, obwohl Frauen etwa doppelt so häufig betroffen sind. Möglicherweise ist die Dunkelziffer bei Männern höher, denn sie sind für professionelle Hilfe meist weniger zugänglich. Sie greifen eher zu Alkohol oder neigen zu Aggressionsdurchbrüchen, eine Form der Problembewältigung die schwere und weitreichende Folgen hat.


Ein weiterer Tipp für den Oktober: Lichttherapie: Heilung aus der Steckdose?

Wenn das Jahr das herbstliche Equinoktium überschritten hat und die Tage kürzer werden, beginnt für viele von uns eine schwere Zeit:

Wir kommen schlechter aus dem Bett, sind müde. Der Antrieb geht zurück, der Hunger nach süßer, kohlenhydratreicher Nahrung wird größer. Mancher verfällt in eine Melancholie, die die Fachleute Winterdepression oder saisonale Seelenkrankheit nennen.

Gibt es Abhilfe?

Außer dem bereits im Vorjahr erwähnten Spaziergang in der winterlichen Mittagszeit, kann man an die Anschaffung einer Lichttherapielampe denken. Diese Geräte spenden heilsames Licht, ähnlich dem Tageslicht. Wichtig sind ausreichende Lichtmenge und Beleuchtungsdauer!

Weitere Information habe ich auf der Seite (-> Licht und Seele) bereitgestellt.

Ein weiterer Tipp für den Oktober: Schau dir in die Augen!

Selbstbewusstsein ist eine Frage der Wertschätzung.

Die ganze Welt liegt in Ihrem Gesicht - und dahinter! Es ist schon wichtig sich morgens in den Spiegel zu schauen, zum Beispiel um sich zu frisieren oder zu schminken. Aber haben Sie schon mal folgendes probiert: Sie schauen sich in den Spiegel, ganz tief in die Augen und sagen (oder denken) sich dabei: Du bist ein wertvoller Mensch! Du bist für dich, deine Handlungen und dein Aussehen selbst und eigenständig verantwortlich.

Was passiert dann? Sind das nur leere Worte, oder merken Sie worauf es ankommt? Es geht darum sich selbst einen Wert zu geben, sich selbst den Platz zu nehmen, der Ihnen zusteht. Dazu aber ist es notwendig auch die dazugehörige Verantwortung tragen zu können. Und genau das geht, wenn Sie an sich selber glauben. Sie wissen, was auch immer der Tag bringen wird, sie werden die Situation meistern, sie werden es so machen, dass Sie sich am nächsten Morgen wieder in die Augen schauen und sagen können: Du bist ein wertvoller Mensch!

Ein weiterer Tipp für den Oktober: Hochsensibel

Sind Sie sehr schmerzempfindlich, machen bestimmte Geräusche oder Musik Sie "verrückt", leiden Sie an Finsternis oder starkem Licht? Kommt es vor, dass Sie auf Medikamente oder Alkohol übermäßig stark reagieren?

Wenn das der Fall ist, könnte es sein, dass Sie zur großen Familie der hochsensiblen Menschen gehören. Diese Menschen haben ein gutes Gespür, einen sechsten Sinn für die Bedürfnisse anderer, können sich in Situationen, die schwierig sind und Feinfühligkeit verlangen gut auf andere einstellen. Aber Ihre persönlicher Einsatz, ihr Engagement für andere ist auch immer sehr groß. Sie sind immer voll da, aber es ermüdet, es belastet Sie.

Immer wieder suchen derart belastete Menschen die Praxis des Nervenarztes auf. Wichtig ist, an diese Hochempfindlichkeit zu denken. Sie ist kein Makel, etwa 10-15% aller Menschen haben das. Es kann viel bringen, aber auch belastend sein. Es geht nur darum, wie man damit umgeht.