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Juni

Mein Tipp für den Juni: Rauchen - aufhören?

Von der WHO allgemein ausgerufen - der Kampf gegen den blauen Dunst. Tatsächlich hat sich die "Friedenspfeife" der amerikanischen Ureinwohner stark gewandelt. Die Motive zu rauchen sind gänzlich andere geworden. Das Suchtmittel Nikotin hat in unseren Gehirnen tiefe Spuren hinterlassen.

Wer aufhören will, sich selbst und die Umgebung dauernd zu vergiften, stößt auf viele Schwierigkeiten: Immer wieder wird man durch Werbung und Freunde verleitet - und man lässt sich auch verleiten. Das Suchtmittel lässt uns nicht los. Aber das Entscheidende: Der Raucher hat durch das Rauchen ein Verhalten entwickelt, das ihm verschiedene Vorteile bringt.

Daher ist es notwendig - wenn immer man mit Rauchen aufhören will - mindestens drei gute Gründe zu kennen, warum man raucht!

Erst wer diese Gründe erkannt hat - und immer noch aufhören will - sollte mit Raucherentwöhnung anfangen. Dann können Akupunktur, Nikotinkaugummi oder -pflaster oder auch Medikamente helfen.

Ohne Motivation geht's nicht!

Ein weiterer Tipp für den Juni: URLAUB - aber richtig!

Die Würfel sind längst gefallen. Natürlich wissen Sie schon, wohin Sie im Sommer auf Urlaub fahren. Aber dennoch gibt es ein paar Punkte, die man beachten kann um die 44"wertvollsten Wochen" des Jahres noch sinnvoller zu gestalten.

Zeitrahmen: lassen Sie sich etwas Zeit für die Urlaubsreise. Fliegen ist zwar schnell, aber am Urlaubsort zu sein bedeutet oft noch nicht, wirklich "da" zu sein. Ihre Erinnerung, Ihr "Geist", viele Anteile von Ihnen sind noch daheim oder bei der Arbeit. Das "Ankommen" am Urlaubsort fällt leichter, wenn Sie sich bereits vorher mindestens einen Tag für Ruhe und Vorbereitung gönnen. Aktivität: Urlaub soll Entspannung bieten, das Gegenteil der Arbeit. Wenn Sie einem sitzenden Beruf nachgehen ist Aktivität und Bewegung im Urlaub richtig. Dies natürlich in Maßen, sonst kommen Sie aus dem Muskelkater nicht mehr heraus.

Kontrolle: Wenn Sie sich im täglichen Leben immer getrieben fühlen und glauben nur zu "reagieren", so wird es sinnvoll sein, im Urlaub selbst Regie führen zu dürfen. Wenn sie immer alles für sich, ihre Firma und Familie regeln, so könnte "sich zurücklehnen und gehen lassen" genau das Richtige sein.

Wenn der Urlaub keine Erholung bringt, dann lesen Sie bitte die Texte zum Thema Burn-Out.

Ein weiterer Tipp für den Juni: Krise - Chance ...?

In jeder Krise steckt die Chance auf einen Neubeginn. Diese alte Weisheit, die in vielen Kulturen ihre Entsprechung hat, ist eigentlich der Kern jeder Veränderung. Ich kann hier gar nicht die Liste aller Zitate zu diesem Thema erwähnen, sondern nur aus meiner Erfahrung im psychotherapeutischen Kontext sprechen: Ein Zusammenbruch, ein Todesfall, der uns nahe geht, eine plötzliche Krankheit oder auch ein scheinbar unbedeutendes Ereignis, wie eine Übersiedlung, das alles kann für uns ein Auslöser einer Krise sein.

Krise, das heißt alles, was bisher galt, muss man in Frage stellen. Das heißt für mich, ich muss meine Karten neu mischen, muss meine Denkmuster sichten und das über Bord werfen, was mich in die Krise gebracht hat. Es heißt somit Neu-Orientierung auf einer ganz tiefen Ebene.

Durch die Krise wird uns die Gewissheit unserer eigenen Endlichkeit vermittelt. Was zählt dann noch? Was bleibt, wenn materielle Werte, Ruhm und Macht unwichtig werden?

Solche Fragen helfen uns in der Krise, sie machen aus ihr einen Neubeginn!

Ein weiterer Tipp für den Juni: Machen Psychopharmaka intelligenter?

Depression gehört zu den häufigsten Erkrankungen, und doch wird sie am stärksten verleugnet. Wenn es schlecht geht und keine andere Hilfe möglich ist, sind Psychopharmaka sind für viele noch immer die allerletzte Lösung. Die meisten Betroffenen sind nach Abflauen der ersten Nebenwirkungen erstaunt, wie gut ihr Befinden mit diesen Medikamenten ist. Viele sprechen davon, dass sie sich schon seit Jahren nicht mehr so gut, selbstsicher und authentisch fühlten.

Daher haben wissenschaftliche Untersuchungen bei depressiven Menschen den Mangel an der Überträgersubstanz "Serotonin" nachgewiesen. Offenbar gibt es Menschen, die immer wieder oder dauernd Serotoninmangel haben � und die Symptome unter denen diese Menschen leiden sind depressive Stimmung, Unsicherheit sowie Antriebs- und Entscheidungsschwäche. Diese Symptome schränken ihr Leben, ihre Beziehungen und ihren Aktionsradius ein. Sie verhindern gute Erfolge in Schule und Uni und reduzieren die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten. Nach der Einnahme von Antidepressiva verändert sich für diese Menschen das Leben. Sie werden selbstsicher, leistungsfähiger, können sich besser konzentrieren und abgrenzen. Das Leben wird interessanter und lebenswerter. Viele berichten: "Ich wusste gar nicht, was ich alles kann, wenn ich keine Angst habe, wenn ich nicht niedergedrückt bin." In dieser Phase verändert sich für diese Menschen sehr viel, sie holen einen Teil ihrer Entwicklung nach. Das geschieht unabhängig vom Lebensalter, wohl bei jüngeren leichter und schneller, aber auch bei älteren Menschen gibt es sehr große Veränderungen. Psychotherapie beschleunigt und erleichtert diesen Prozess des sich-etwas-Neuen-Öffnens. Die wesentliche Veränderung wird aber von diesen Menschen selbst bewirkt, mit Hilfe durch die Medikamente, aber doch aus ihren eigenen Ressourcen.

Wie ist das nun mit der Intelligenz? Intelligenz ist die Fähigkeit neue Probleme zu lösen. Mit mehr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst die Zahl der Möglichkeiten. Das gilt für den abstrakt-mathematischen, wie auch für den emotional-sozialen Anteil der Intelligenz. So gesehen machen Psychopharmaka auch intelligenter. Und es macht Spaß seine Fähigkeiten zu nützen und sich selbst beim Wachsen zu zu schauen.

Ein weiterer Tipp für den Juni: Schlafen können � ein Leben lang! - Schlafstörungen und Gesundheit.

Kreislaufstörungen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Erschöpfungssymptome, Tagesschläfrigkeit � diese und noch viele andere Symptome führen Menschen zum Arzt. Sehr oft werden aufwendige Untersuchungen gemacht aber wenig wird gefunden. Glücklicherweise, denn die Ursache für diese Beschwerden kann häufig in einer jahrelangen und zum Teil schon gar nicht mehr ernst genommenen Störung des Nachtschlafes liegen.

Der Schlaf ist ein komplexes und aktives Geschehen. Er unterliegt gewissen Rhythmen und Regeln, der Schlafarchitektur. Viele Menschen klagen über Einschlafstörungen oder zu frühes Aufwachen, sog. Durchschlafstörungen. Hier etwas zu tun liegt auf der Hand, aber es ist nicht leicht, denn die �klassischen� Schlafmittel sind keine Hilfe, eher ein Schaden. Es gibt aber auch viele Menschen, die angeben �zu viel schlafen zu müssen�, die morgens nicht ausgeschlafen sind, oder das Gefühl haben, die ganze Nacht gearbeitet zu haben. Solche Menschen klagen auch oft darüber tagsüber müde zu sein, wenig Leistung erbringen zu können. Oder sie haben die obigen Beschwerden.

Schlaf, Erholung und Entspannung sind wertvoll, geben wir sie nicht sorglos aus der Hand. Wir Fachärzte für Neurologie sind auf Schlafstörungen und Schlafeffizienzstörungen spezialisiert. Sehr oft gibt es eine Hilfe.

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Ein weiterer Tipp für den Juni: "S-M-S" - das etwas andere Akronym

Short Message Service - das ist ein Begriff, den Sie alle kennen. Eine Kommunikationsform, die unsere Welt verändert hat. Alle tippen dauernd in ihre Handys und verschicken besser oder schlechter formulierte, wichtigere oder weniger wichtige Kurznachrichten. Für manche hat sich das sogar auch auf die Sprache ausgewirkt und sie sprechen nur in Kurzbotschaften. Aber etwas gehört dazu und das ist das Wichtigste: sie schreiben oder sprechen! Dort wo früher die Sprachlosigkeit zu Hause war wird jetzt formuliert, ausgedrückt, in Worte gefasst. Nicht nur Termine, Verabredungen, Grüße sondern auch Probleme, Sorgen, Ängste, Erlebnisse und Erinnerungen werden geschrieben und verschickt! Genauso werden auch Wut, Ärger und Verzweiflung ausgedrückt! Form und Rechtschreibung sind egal, Interpunktion, ja oft Abstände fehlen, aber Worte sind geformt, was im Kopf war wurde zur Materie. Was uns belastet hat ist im Kasten, versendet, lesbar für den anderen - aufgegeben, abgegeben, weg. Und es hat uns befreit, das wir es geschrieben haben, es hat geholfen. Denn: Sorgen machen sprachlos, aber auch Sprechen mildert Sorgen, das heißt auch "S-M-S".

Ein weiterer Tipp für den Juni: Das Gehirn heilt sich selbst

Jetzt ist wissenschaftlich erwiesen, was lange unsere Erfahrung entsprach.

In einem sehr renommierten deutschen Nachrichtenmagazin werden die Ergebnisse der modernen Hirnforschung zusammengefasst. Sie erklären, wodurch Menschen mit Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns wieder gesund werden. Nervenzellen bilden neue Verbindungen untereinander, neue Netzwerke und Kommunikationsstrukturen. Dadurch arbeitet das Gehirn selbst an seiner Wiederherstellung. Das kann bei Schlaganfall, Hirnprellungen und nach Operationen eine wichtige Möglichkeit zur Rehabilitation sein.

Wesentlich dabei ist, dass die Nervenzellen auch genug Überträgersubstanz haben um die Informationen weiterzuleiten. Denn zu wenig Überträgersubstanz heißt Einschränkung auf die allernotwendigsten psychischen Funktionen. Einschränkung auf ein emotional zurückgezogenes Leben, wenig Gefühle, wenig Antrieb, wenig Wünsche - aber viele Ängste und Sorgen. Wir Neurologen nennen einen solchen Zustand Depression. Unbehandelte depressive Störungen verhindern die Vernetzung von Nervenzellen. Damit kann aber die Depression nicht besser werden, sonder eher schlechter. Daher ist es wichtig Depression adäquat zu behandeln.